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Begriff Definition
KabbalaKabbala (hebr. "Überlieferung"): 1. besonders im Mittelalter anzutreffende jüdische Mystik und Geheimlehre, die sich mit Zahlen- und Buchstabendeutung beschäftigte; 2. theosophische und esoterische Strömung im Judentum.
Kairos Kairos (griech.): (günstiger) Zeitpunkt, der ein Heilsangebot enthält; der rechte Augenblick, in dem etwas (für den Menschen, die Kirche, die Welt) geschehen soll.
KanaanKanaan: Land der Kanaaniter; alte Bezeichnung für Palästina; das (gelobte) Land; Siedlungsgebiet der Stämme Israels.
Kanon Kanon (semitisch "Rohr, Richtmaß"; adj. kanonisch: 1. verbindliche unabänderliche Liste der Bücher, die zur Hl. Schrift gehören, sowie Verzeichnis der anerkannten Heiligen; )2. das Hochgebet der Messe mit den Einsetzungsworten der Eucharistie ("Kanon" genannt wegen seines Jahrhunderte lang streng vorgeschriebenen Wortlauts); 3. Rechtsvorschrift der katholischen Kirche.
KanonisationKanonisation: Heiligsprechung und Aufnahme eines Heiligen in das Heiligenverzeichnis.
KanonistikKanonistik (griech.-lat.): die Wissenschaft vom römisch-katholischen Kirchenrecht.
KapitalismusKapitalismus: Wirtschaftssystem ab Mitte des 19. Jh., in dem freies Unternehmertum vorherrscht, das auf möglichst hohen Gewinn ausgerichtet ist; die Arbeiter besitzen dagegen keine Produktionsmittel.
KardinaltugendKardinaltugend: 1. eine der vier Haupttugenden der Antike: Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit; 2. eine der vier Haupttugenden der christlichen Sittenlehre: Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigkeit, Tapferkeit.
Kasuistik Kasuistik (lat.): Versuch, aus vorgegebenen Weisungen Verhaltensvorschriften für alle denkbaren Situationen und "Fälle" des konkreten Lebens zu entwickeln.
KatakombenKatakomben (lat.-it.): frühchristliche unterirdische Begräbnisstätten in Rom.
KatecheseKatechese (griech.-lat. "mündlicher Unterricht"): 1. Vermittlung und Einübung der christlichen Botschaft (an Ungetaufte); 2. Glaubensunterweisung und -einübung in der christlichen Gemeinde.
Katechet/-in Katechet/-in (griech.): Laie, der die religiöse Erziehung der Familie fortsetzt, begleitet und vertieft, der bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern den Glauben durch Katechese (Glaubensunterweisung) stärkt und vertieft, und der in das Leben der Kirche einführt; Religionslehrer.
KatechismusKatechismus: lehramtliche Zusammenfassung des christlichen Glaubens, in der Regel zu Unterrichtszwecken.
Katechist/-in Katechist/-in (griech.): einheimischer Laie, der mit der Verkündigung des Glaubens in katholischen Missionsgebieten beauftragt ist.
KatechumenatKatechumenat (griech.): Vorbereitungszeit für erwachsene Taufbewerber (möglicherweise auch für die Vorbereitungszeit auf den Empfang anderer Sakramente angewandter Begriff); Glaubensunterricht.
KatechumeneKatechumene (griech.): Taufbewerber in der Vorbereitungszeit.
Kategorischer ImperativKategorischer Imperativ: Formulierung des moralischen Gesetzes durch I. Kant zur Beurteilung von subjektiven Handlungsgrundsätzen, die den menschlichen Handlungen vorausliegen; Kant formuliert in zwei Versionen: "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde", "Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst."
kath.kath.: --> katholisch
KathedraKathedra: (griech.-lat. "Sitz, Lehrstuhl") 1. seit der Antike das Symbol der Vollmacht eines öffentlichen Amtsträgers; 2. Sitz des Bischofs.
katholisch katholisch (griech. kat'holos "das Ganze, umfassend, allumfassend, allgemein"): zur katholischen Kirche gehörend, die katholische Kirche betreffend; die den ganzen Erdkreis umspannende Kirche; zuerst verwendet von Ignatius von Antiochia am Beginn des 2. Jh.
katholische Briefekatholische Briefe: die nicht an bestimmte Empfänger gerichteten neutestamentlichen Briefe des Jakobus, Petrus, Johannes und Judas.
KatholizitätKatholizität (griech.): 1. der unbegrenzte Lebensraum des christlichen Glaubens; 2. Rechtgläubigkeit im Sinne der katholischen Kirche.
KausalitätKausalität (lat. causa "Grund, Ursache"; adj. kausal): Ursächlichkeit, ursächlicher Zusammenhang, Verhältnis von Ursache und Wirkung. Gegensatz: Finalität.
keltische Tonsur keltische Tonsur (lat. "das Scheren"): Art, wie im keltischen Bereich die Mönche ihr Haar schoren, von Ohr zu Ohr, so dass der Vorderkopf kahl war.
KenosisKenosis (griech. "Entleerung"): Verzicht Christi bei der Menschwerdung auf die Ausübung seiner göttlichen Eigenschaften um Knechtsgestalt anzunehmen (Phil 2,6 ff).
Kerygma Kerygma (griech.): Inhalt der christlichen Heilsgeschichte, die Gott durch Christi Kreuzestod und Auferstehung zur Erlösung der Menschheit wirkte; Verkündigung, bes. des Evangeliums, der "Frohen Botschaft" von Jesus Christus.
KetzerKetzer: Person, die eine von der offiziellen kirchlichen Lehrmeinung abweichende Lehre vertritt.
KetzereiKetzerei: --> Häresie
KircheKirche (griech. kyriaké "dem Herrn gehörig", althochdt. kiricha): Volk Gottes, das von Gott zusammengerufen die Gemeinschaft derer bildet, die durch den Glauben und die Taufe Kinder Gottes, Glieder Christi und Tempel des Heiligen Geistes werden.
KirchenbannKirchenbann: Ausschluss aus der Gemeinschaft der kath. Kirche; Exkommunikation.
KirchenbußeKirchenbuße: Bußpraxis der frühen Kirche; Nach dem (wohl nicht öffentlichen) Sündenbekenntnis wurde der Büßende aus der Gemeinde ausgeschlossen, d.h. er durfte u.a. nicht mehr an der Messe teilnehmen. Am Gründonnerstag wurden die Büßer nach unterschiedlich langer Bußzeit wieder öffentlich in die Gemeinde aufgenommen. Diesem Bußverfahren konnte sich ein Büßer nur einmal im Leben unterziehen.
Kirchenkonstitution Kirchenkonstitution (lat.): Erlass mit Gesetzeskraft, Konzilsbeschluss.
Kirchenrecht / kanonisches RechtKirchenrecht / kanonisches Recht: Gesamtheit der Gesetze zur kirchlichen Lebensordnung wie sie im Codex Iuris Canonici (CIC ) niedergelegt sind; Revision 1983.
KirchenväterKirchenväter: frühchristliche Schriftsteller und Theologen bis etwa im 8. Jh., die in der Kirche als verbindliche Lehrzeugen gelten.
klerikal klerikal (griech.-lat.): geistlich, kirchlich gesinnt; die Geistlichen der Kirche in ihren Absichten unterstützend; auch abwertend: einseitig die partei- und machtpolitischen Ansprüche der katholischen Geistlichkeit betreffend.
KlerikalismusKlerikalismus: Überbetonung des Klerus (Bischof, Priester, Diakon) in der Kirche.
KlerusKlerus (griech.): kath. Geistlichkeit (Bischöfe, Priester, Diakone); Personenkreis, dem in einem von der Kirche jeweils näher bestimmten Umfang Anteil am Amt in der Kirche und an dessen Vollmacht zukommt. Die Aufnahme in den Klerus geschieht durch die Weihe zum Diakon.
Kloster auf ZeitKloster auf Zeit: Möglichkeit, in einem Kloster für einige Zeit (Wochen, Monate, Jahre) zu leben und dort am Leben der Klostergemeinschaft teilzunehmen, ohne selbst zu dieser Gemeinschaft zu gehören.
KoinoniaKoinonia: Gemeinschaft; einer der vier Grundvollzüge der Kirche.
KollegialitätsprinzipKollegialitätsprinzip: 1. ein verfassungsrechtliches Prinzip der Römischen Republik wonach jedes Magistratsamt mit zwei oder mehr gleichberechtigten Kollegen besetzt werden musste, die gegenseitig das Recht der Intercessio (Verhinderung einer Anordnung des Kollegen) besaßen. In der Republik San Marino stehen noch heute zwei für ein halbes Jahr gewählte Capitani Regenti an der Spitze des Staates, ähnlich vormals bei den Konsuln der Römischen Republik; 2. Kollegiale Zusammenarbeit.
Kollegium Kollegium (lat.): 1. Körperschaft von Personen gleichen Berufs oder Amtes; Lehrer-, Rats- oder Behördenkörper; 2. auch: Kolleg; 3. Heiliges Kollegium, die Körperschaft der Kardinäle, Kardinalsversammlung.
KollektivismusKollektivismus (lat.): Anschauung, nach der nicht der einzelne, sondern die Gruppe, das Kollektiv, in der ein Mensch lebt (z.B. Staat, die Betriebsgruppe) einen absoluten Wert darstellt.
KommunionKommunion (lat.): der Empfang der gewandelten Gaben von Brot und Wein in Leib und Blut Christi in der Eucharistiefeier.
KommunismusKommunismus(lat.; adj. kommunistisch): die nach Karl Marx auf den Sozialismus folgende Gesellschaftsform, in der alle Produktionsmittel und Erzeugnisse in das gemeinsame Eigentum aller Staatsbürger übergehen und in der alle sozialen Gegensätze aufgehoben sind.
KonfessionKonfession (lat. "Bekenntnis"; adj. konfessionell): 1. ursprünglich: in der urkirchlichen Christenverfolgung das persönliche Eintreten bis zum Tode für Christus; 2. eine allg. verbindliche kirchliche Lehre, wie sie in den Glaubensbekenntnissen festgelegt war; Zusammenfassung von Glaubenssätzen; 3. seit der Reformation: die Einheit der in einem bestimmten kirchliche Bekenntnis Verbundenen sowie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche (katholisch, protestantisch, evangelisch-reformiert); 4. Geständnis, Sündenbekenntnis.
konfessionsverschiedene Ehe / Mischehekonfessionsverschiedene Ehe / Mischehe: Ehe zwischen einem Katholiken und einem Partner eines anderen christlichen Bekenntnisses.
konfessionsverschiedene Trauungkonfessionsverschiedene Trauung: kirchliche Eheschließung eines Katholiken mit einem Partner eines anderen christlichen Bekenntnisses; nach dem Ritus der Kirche vollzogen, in deren Gotteshaus die Trauung statt findet; assistiert ein kath. Geistlicher bei einer ökumenischen Trauung nach ev.-ref. Ordnung, muss von der vom kath. Kirchenrecht vorgeschriebenen Formpflicht befreit werden.
Konfirmation Konfirmation (lat. confirmatio "Bekräftigung"): 1. Bestätigung; 2. in der evangelischen Kirche: die feierliche Aufnahme Jugendlicher in den Kreis der Gemeinde mit Zulassung zum Abendmahl; findet meist im Alter von 14 oder 15 Jahren statt.
Kongregation Kongregation (lat.): 1. Vereinigung für bestimmte kirchliche Aufgaben; 2. Verband mehrerer Klöster eines Ordens; 3. Kardinalskongregation.
KongregationalismusKongregationalismus: Konfessionen, die die Unabhängigkeit der Einzelgemeinde betonen.


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