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Es sind 99 Einträge im Glossar.
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Begriff Definition
Sabbat Sabbat (hebr. sbt "ruhen"): der 7. Tag der mit dem Sonntag beginnenden Woche in der jüdischen Religion, von Freitagabend bis Samstagabend; der Sabbat soll ein Tag der Ruhe und der Heiligung sein, weswegen den Gläubigen jede Form von Arbeit untersagt bleibt.
SabellianerSabellianer: Anhänger der Lehre, nach der der eine Gott sich in drei Offenbarungen (prosopa = Masken) zeigt.
Sacrosanctum ConciliumSacrosanctum Concilium (lat. "Das Heilige Konzil") Anfangsworte der "Konstitution über die heilige Liturgie"; verkündet am 22. November 1963.
SadduzäerSadduzäer (hebr. saddoq "gerecht" bzw. saddäq "Recht übend"; adj. sadduzäisch): jüdische Religionspartei mit konservativer Einstellung, der die Priesteraristokratie, die Patrizierfamilien Jerusalems sowie der Landadel Judäas angehörten. Die Sadduzäer leugneten ein Leben nach dem Tod (vgl. Mt 22,23).
sakralsakral (lat.sacrare "weihen, heiligen"): heilig (besonders im Blick auf den Gottesdienst).
Sakrament Sakrament (lat.): auf Jesus Christus zurückgehende Zeichen- oder Symbolhandlung, die auf sinnlich wahrnehmbare Weise die Gnade Gottes vermittelt.
SakramentalienSakramentalien (lat.): sakramentähnliche Handlungen oder Zeichen in der katholischen Kirche (z.B. Beisetzung, Abtsweihe; Weihe von Kerzen, Statuen, Devotionalien, Wasser).
SakramentenlehreSakramentenlehre: Traktat der Dogmatik, der die sieben Einzelsakramente als Verwirklichung des kirchlichen Dienstes am Heil darstellt.
SakrilegSakrileg (lat.): Entweihung, Frevel, Vergehen gegen geweihte Personen oder Sachen (z.B. Gotteslästerung oder Kirchenschändung); Verstoß gegen 'geheiligte' Traditionen oder Regeln.
SäkularinstitutSäkularinstitut (lat.): geistliche Gemeinschaft und Einrichtung, deren Mitglieder "in der Welt" leben.
SäkularisationSäkularisation (lat. "Verweltlichung"; adj. säkularisiert): 1. Enteignung kirchlicher Güter und Einrichtungen, besonders durch Napoleon (1803., der damit deutschen Fürsten ihre linksrheinisch verlorengegangenen Güter ersetzte; 2. Verweltlichung, Verstaatlichung.
säkularisierensäkularisieren (lat. saeculum "Menschenalter, Regierungszeit, Jahrhundert, Zeitgeist; Welt"): kirchlichen Besitz einziehen und verstaatlichen; aus kirchlicher Bindung, Abhängigkeit lösen; unter weltlichem Gesichtspunkt betrachten, beurteilen.
SarxSarx (griech.): Fleisch.
SatanSatan (hebr.-griech.-lat "Widersacher"): Widersacher Gottes, Teufel, Versucher (Ijob 2,7; Lk 4,2), Ankläger (Ijob 1,6; Offb 12,10). Nach der Tradition ist er ein gefallener Engel, der über das Reich des Bösen und der Dämonen herrscht. Nach Hebr 2,14 ist Jesus gekommen, "den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel".

 

SCSC --> Sacrosanctum Concilium
SchächerSchächer: altertümliche Bezeichnung für Räuber, Mörder, zumeist für die beiden, die mit Jesus gekreuzigt wurden (vgl. Mt 27,37).
SchemaSchema (auch: Schma) Israel (hebr. "Höre Israel"): in der täglichen jüdischen Gebetsordnung morgens und abends zu rezitierendes Pflichtgebet. Es besteht aus den Bibeltexten Dtn 6,4-9; 11,13-21; Num 15,37- 41 (zur Zeit des Tempels auch dem Dekalog), umrahmt von Benediktionen.
Scheol Scheol (hebr.): Totenreich des Alten Testaments in dem die Verstorbenen in einer Art Unterwelt mit reduzierter Lebenskraft existieren.
Schintoismus / ShintoismusSchintoismus / Shintoismus (chin.-jap. shinto "Weg der Götter"): Ahnen und Naturkräfte verehrende japanische Nationalreligion.
SchismaSchisma (griech.-lat.; adj. schismatisch): Kirchenspaltung; z.B. das sog. "Abendländische Schisma" (1378-1417 bzw. 1449); es entstand nach dem Tod des aus dem Exil von Avignon zurückgekehrten Papstes, indem zwei Päpste (Urban VI. und Clemens VII.) gewählt wurden. Das Abendländische Schisma wurde durch das Konzil von Konstanz 1417 formell beendet.
ScholastikScholastik (lat. "Schulbetrieb"; adj. scholastisch): christliche Philosophie und Theologie des lateinischen Mittelalters.
SchöpfungslehreSchöpfungslehre: Traktat der Dogmatik, der die Schöpfung als Beginn der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen darlegt.
SchriftgelehrterSchriftgelehrter: Bezeichnung für jüdische   "Schriftkundige in den Geboten und Satzungen" des Herrn (Esr 7,11). Sie sammelten die Überlieferungen, legten sie aus, überwachten die Einhaltung der biblischen Weisungen und sprachen Recht.
SchwärmertumSchwärmertum: oft sittenstrenge christliche Bewegungen (Sekten), die im Laufe der Kirchengeschichte v.a. apokalyptische Themen als Bußmotivation irdischer Pilgerschaft postulierten. Exzessive asketische Selbstkasteiung und unduldsame Haltung gegenüber Andersgläubige sind Kennzeichen dieser Auswüchse, z. B. Montanisten, Flagellanten, Abt Joachim von Fiore, Irvingianer u.ä.
SchwarmgeisterSchwarmgeister (auch: Schwärmer): von Martin Luther geprägter Begriff für sektiererische Nebenströmungen der Reformation.
Scientology KircheScientology Kirche (lat.-griech.-engl. "Wissenschaft vom Wissen"): äußerst erfolgsorientierte, westlich-"wissenschaftliche" Psycho-Lehre, 1954 in den USA durch R. Hubbard gegründet; mit religiösem Anspruch auftretende Bewegung, deren Anhänger behaupten, den Schlüssel zu vollkommener geistiger und seelischer Gesundheit zu besitzen.
SeelenwanderungSeelenwanderung (lat. Reinkarnation; re "wieder, erneut", in "hinein", caro "Fleisch" "Wiederverkörperung; Wiedergeburt"): Übergang der Seele eines Verstorbenen in einen neuen Körper (in der buddhistischen Lehre von der Seelenwanderung)
SekteSekte (Plur. Sekten): Von einer größeren Religionsgemeinschaft (christlichen Kirche oder einer anderen Hochreligion) abgespaltene (meist) kleine Gruppierung, die einen Teil des Glaubens der betreffenden Religion besonders hervorhebt bzw. in oft radikaler, ausschließlicher Weise bestimmte Ideologien vertritt.
sektiererischsektiererisch (lat.): von der christlichen Lehre abweichend.
SelbstreflexionSelbstreflexion (lat.): Besinnung auf sich selbst; Beobachtung des eigenen Inneren; Nachdenken über das eigene Ich.
SemipelagianismusSemipelagianismus (nlat.): Richtung der Theologie, die sich im 5. Jh. an die Lehren des irischen Mönchs Pelagius anlehnte. Der Anfang des Glaubens ist nach dem Semi-Pelagianismus nicht reine Gnade, sondern kann aus dem Menschen selbst entspringen.
Sensus fideliumSensus fidelium: Glaubenssinn.
sentire cum ecclesiasentire cum ecclesia (lat. "mit der Kirche fühlen"): aktive, innere, auch vom Gefühl getragene Solidarisierung mit der Kirche; Gespür für das, was die Kirche braucht.
SephardimSephardim (hebr.): seit dem Mittelalter Bezeichnung für west- und südeuropäische Juden ( Aschkenasim).
SeptuagintaSeptuaginta (lat. "Siebzig"): wichtigste griech. Übersetzung des hebr. AT; in einem längeren Prozess vom 3. bis 2. Jh. v.Chr. größtenteils in Ägypten (Alexandria) entstanden; so genannt, weil die Übersetzung nach einer Legende von 72 Gelehrten angefertigt worden ist.
Shoa Shoa (hebr. "großes Unheil, Leiden"): von Juden bevorzugter Begriff für den --> Holocaust
Sieben Gaben des Heiligen GeistesSieben Gaben des Heiligen Geistes: in Anlehnung an Jes 11,2, die Gaben der Weisheit, Verstand / Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
SimonieSimonie: nach dem "Zauberer" Simon (Apg 8,9ff) benannter Kauf oder Verkauf geistlicher Ämter.
simul iustus et peccatorsimul iustus et peccator (lat.): gerecht und Sünder zugleich.
SimultankircheSimultankirche: Kirche, die von mehreren Konfessionen genutzt wird; früher darum oft räumlich aufgeteilt.
SinnpostulatSinnpostulat (lat.): Dem Menschen unausweichlich mitgegebene Grundforderung, dass sein Leben einen Sinn haben muss.
SituationsethikSituationsethik: Lehre, die das gebotene sittliche Handeln vorrangig oder auch ausschließlich aus der jeweils gegebenen Situation heraus festlegt.
Sitz im LebenSitz im Leben: die Beeinflussung von Überlieferungen bzw. Texten durch ihre Entstehungs- bzw. Verwendungssituation.
SkrupulositätSkrupulosität: Ängstlichkeit, ein skrupulöses Wesen haben.
Societas JesuSocietas Jesu (lat. "Gesellschaft Jesu", Abk. SJ): von Ignatius von Loyola (1491-1556) gegründeter Orden. Ziele des Ordens sind: Ausbreitung des Glaubens durch Predigt, Exerzitien, caritative Werke, christliche Unterweisung der Jugend. Der Orden wird zentralistisch geführt, er hat sich zum besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst verpflichtet.
sola fidesola fide (lat. "allein durch Glauben"): Lehre Luthers, dass der Mensch, weil er "sola gratia" ("allein durch Gnade") Gottes gerettet wird, auch "nur durch den Glauben" des Menschen als Antwort auf die Gnade Gottes gerettet wird. Dieser Glaube ist nicht einfaches Fürwahrhalten, sondern gläubiges Vertrauen auf Gott.
sola gratiasola gratia (lat. "allein durch Gnade"): Lehre Luthers, dass der Mensch allein durch die unverdienbare Gnade Gottes "gerechtfertigt", also allein aus Gnade und nicht durch eigenes Tun gerettet wird.
sola scriptura sola scriptura (lat. "allein die Schrift"): Lehre Luthers, dass die Bibel allein maßgeblich ist für den Glauben; (gegen die katholische Lehre, die Schrift und Tradition als zwei gleichwertige Quellen der Offenbarung sieht). Bis ins 20. Jh. hinein wurden diese Positionen als unvereinbare Gegensätze betrachtet.
solus Christussolus Christus (lat. "allein durch Christus"): Lehre Luthers, dass der Mensch allein durch die Verdienste Jesu Christi erlöst wird; (gegen die katholische Lehre der Mitwirkung des Menschen bzw. der Kirche oder auch anderer "Heilsmittler" wie Maria und die Heiligen)
Sonderquelle/SondergutSonderquelle / Sondergut: Bezeichnung für die je eigenen Quellen, die Mt und Lk neben Mk und Q für die Abfassung ihrer Evangelien benutzten.


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